Freitag, 02.03.2018

Zervas & Pepper

Der kalifornische Traum treibt in Cardiff seit ein paar Jahren besonders schöne Blüten. Jedenfalls bei dem walisischen Duo Zervas & Pepper, das auch auf seinem neuen Album Wilderland jenen harmonietrunkenen musikalischen Träumereien der 1970er nachspürt, die mit Crosby, Stills, Nash & Young, den Byrds, Joni Mitchell und Fleetwood Mac eine ganze Ära prägten.

Bereits mit ihrem letzten Album Abstract Heart (2015) begeisterten Kathryn Pepper und Paul Zervas mit ihrem sonnendurchfluteten Folkrock die internationale Presse ("a satisfying, if not groundbreaking record", Uncut). Das deutsche Rockmagazin Eclipsed kürte das Album in einer Neun-Sterne-Kritik nicht nur zur CD des Monats, sondern wählte es sogar unter die besten 20 Alben des Jahres. David Crosby outete sich ebenfalls als riesiger Fan von Zervas & Pepper ("I think you guys are excellent!"), nahm zu ihnen Kontakt auf und empfahl ihnen seinen Sohn James Raymond als nächsten Produzenten. Den wohlgemeinten Rat haben die beiden Musiker nun beherzigt und sind für einige Songaufnahmen zu Wilderland mit Raymond als Co-Produzenten in dessen Studio in Los Angeles eingekehrt.

Kennengelernt haben sich Kathryn Pepper und Paul Zervas bereits vor elf Jahren in einem Folkclub in ihrer Heimatstadt Cardiff und sie gründeten schon bald darauf das Duo Zervas & Pepper. Nach zwei ersten gemeinsamen EPs in den Jahren 2008 respektive 2009 hatten sie sich in Wales schon einen beachtlich großen Fankreis erspielt, doch erst mit ihrem 2011 erschienenen Debütalbum Somewhere In The City gelang ihnen der Durchbruch in ganz Großbritannien. Auf dem folgenden Album Lifebringer verfeinerten sie mit Unterstützung einer kompletten Band, zu der unter anderen der Gitarrist Simon Kingman, der Bassist Andrew Brown und der Drummer Jack Egglestone gehören, ihren amerikanischen Westcoast-Retrofolk, diesen mit ganz eigenen Mitteln wiederbelebten Laurel-Canyon-Mythos. Dieser 2013 erschienene Longplayer bescherte dem Duo neben etlichen Jubelkritiken eine Nominierung für den Welsh Music Prize sowie Auftritte in Glastonbury, beim Green Man und vielen anderen Festivals.

Einen weiteren Quantensprung in puncto Popularität machten Zervas & Pepper schließlich mit ihrem im vorletzten Jahr erschienenen Album Abstract Heart. Einen großen Teil der Songs schrieben Kathryn und Paul in Los Angeles, doch für die Aufnahmen kehrten sie nach Wales zurück, um in der ländlichen Umgebung des Giant Wafer Studios mit Unterstützung des Produzenten Llion Robertson die Songs aufzunehmen. Das Album, das mit Songs wie Miller, Celestial Friend, Reach Out, und Abstract Heart Paradebeispiele eines perfekten "cosmic folk" (wie sie es bezeichnen) voller harmonischer Pracht aufwies, tauchte denn auch in den USA auf sage und schreibe 220 Playlists diverser Radiostationen auf. Zudem hagelte es dies- und jenseits des Atlantik Kritiken mit Lobeshymnen und einen wahren Sternensegen.

Was die Lobeshymnen angeht, ist das neue Album Wilderland gerade dabei, dies noch zu toppen. Die Songs dazu entstanden im letzten Jahr (nach ihrer ersten Deutschlandtournee und einem anschließenden, ein Monat langen Trip durch die amerikanischen Südstaaten, ihrer "Southwest Odyssey" ) ebenfalls in den USA, und zwar in der Abgeschiedenheit einer Hütte in den Rocky Mountains. Hierher, in die Berge von Colorado, zogen sich die beiden Musiker zurück und kehrten nach eigenem Bekunden zu der naturverbundenen und betont folkloristischen Songwriterkunst ihrer frühen Jahre zurück. Während der Opener Roses Of Jericho musikalisch der ätherischen Schönheit einer Joni Mitchell verpflichtet scheint, bricht Hotel Bible eher in die harmonischen Gefilde von Buffalo Springfield auf; Mountain To Ocean hingegen erinnert an die Leichtigkeit von Fleetwood Mac, Dark Matter wiederum an die galanten Gitarrenklänge der Doobie Brothers. Ihre konstante Botschaft der universellen Liebe, die im finalen Schönklang von Universe To Find gipfelt, hat besonders in Anbetracht unserer düsteren Zeiten durchaus auch eine politische Dimension. Die sanften Flower-Power-Hymnen von Zervas & Pepper, von ihrem Stammproduzenten Llion Robertson in Wales wieder atemberaubend schön arrangiert, bieten somit einmal mehr einen gelungenen Soundtrack für sommerliche Festivalwiesen und freigeistige Gesinnung. Green Peace!

Dann lassen wir es doch heute Abend schon einmal ein wenig sommerlich werden! An den Summer Of Love werden wir heute Abend mehr als einmal erinnert und Zervas & Pepper bieten ihre gradiose Musik, damit das alles noch schöner wird, natürlich live mit einer Band auf unserer Bühne dar. Ganz, ganz groß! Und wir freuen uns, dass diese phantastischen MusikerInnen auch Singwitz besuchen.

Medien-Echo

Diese Hippie-Folk-Zeitmaschine versetzt uns exakt ein halbes Jahrhundert in die Vergangenheit.
musikexpress

Es gibt Musik, die scheint absolut zeitlos zu sein. Musik, die vor 60 Jahren genauso funktionierte wie heute. Ein Beispiel dafür ist das Waliser Duo Zervas & Pepper, die den prägenden Klang der 60ies mit Musikern wie Neil Young, den Carpenters und Crosby, Stills, Nash & Young ins Jahr 2017 bringen, ohne diese zu covern. ... Mit ihrem Album "Wilderland" liefern Zervas & Pepper den perfekten Soundtrack für diese Flucht in die unbeschwerten 60er und eine nostalgische Reise in die eigene musikalische Vergangenheit.
Album der Woche
mdr kultur

Kalifornisch besonnter Folk-Rock in der Tradition der 70er-Jahre, funkelnde Akustikgitarren, eng geführte Vokalsätze bevorzugt in hoher Lage, traumhaft schöne, aber never ever kitschige Melodien, dazu einige Spritzer Psychedelik, Country, Joni Mitchell-Magie, James Taylor-Softness, Eagles-Flair… Er lebt noch, der gute alte Westcoast-Sound, und er klingt bei Zervas & Pepper keine Spur gestrig – allenfalls zeitlos. Bitte mehr davon!
swr1

  • Einlass: 20.00 Uhr
  • Beginn: 21.00 Uhr
  • Eintritt: VVK 14,-/AK 15,-
  • mehr Infos: zervasandpepper.com

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